Umwelt - Welthunger - Tierindustrie - staatliche Repression: völlig zusammenhanglos?


Auf den ersten Blick scheinen diese Themen nichts miteinander zu tun zu haben, doch beim genaueren Hinsehen ergeben sich unerwartete Zusammenhänge.

 

Tierausbeutungsindustrie

Die heute üblichen Produktionskreisläufe für tierische Erzeugnisse bedienen einen Massenmarkt und haben – naheliegenderweise durch den Profitgedanken motiviert - mit „glücklichen Kühen auf der Weide“ genauso viel zu tun wie ein Kohlekraftwerk mit Umweltschutz. Auch der Bezug des modernen Menschen zu Natur und Tier geht immer mehr verloren - wem ist denn heute beispielsweise noch klar, dass wir die Muttermilch anderer Spezies trinken und Kühe daher immer wieder geschwängert werden, um den Milchfluss aufrecht zu erhalten? Oder dass männliche Küken der Legerassen dank ihrer Unfähigkeit, Eier zu produzieren, bestenfalls ein paar Tage alt werden dürfen - Sexismus mal anders rum. Wobei, das (ebenfalls kurze) Leben einer Legehenne in der Intensivtierhaltung macht sicher auch keinen Spaß.

 

Umweltschäden durch Tierindustrie

Aber nicht nur die Tiere leiden unter der Intensivhaltung, auch die Umwelt: Die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO bescheinigt der Viehwirtschaft die Verantwortlichkeit für fast ein Fünftel aller Treibhausgase – dem Flugsektor hingegen nur 4%! Die Situation verschärft sich in vielerlei Hinsicht: Regenwaldabholzung für Futtermittelanbau oder Weidefläche, Verwendung von Frischwasserressourcen zum Bewässern der Futtermittel (Wasserverbrauch für 1 kg Weizen 120 Liter, 1 kg Rindfleisch 3700 Liter - das sind unglaubliche 20 Badewannen!). Zu allem Überfluss verschmutzt Tiergülle auch noch massiv die Umwelt.

 

Welthunger und Tierprodukte?

Doch nicht genug, mensch ahnt es schon: Die Weltbevölkerung steigt rapide an, immer mehr Menschen leiden an Hunger – und im reichen Europa werden über 60% der Getreideernte als Tierfutter verwendet (laut FAO gehen 90% der Weltsojaernte an Tiere, der Großteil ist gentechnisch verändert – keine Kennzeichnungspflicht!). Das heißt ganz konkret: Um 1 kg Fleisch herzustellen, wird das 10 bis 16-fache an Getreide benötigt! Eine unbegreifliche Verschwendung wichtiger Ressourcen, die dabei helfen könnten, die Lebensmittelknappheit zu vermindern!

Es wird immer offensichtlicher: Die Tierproduktindustrie ist ein Kreislauf der Ausbeutung von Umwelt, Mensch und Tier. Doch immer mehr Menschen entscheiden sich für pflanzliche Lebensmittel, für Veganismus, für Tierschutzaktivismus – ein klares Statement!

 

§ 278a: „Anti-Meinungs-Paragraph“

Aber Engagement wird nicht immer gewürdigt. Wer in welchem Bereich auch immer politisch erfolgreich ist, muss anscheinend mit Repression seitens der Obrigkeit rechnen: Am 21.Mai 08 wurden 10 Tierschützer/innen ohne konkrete Vorwürfe (nach ergebnislosem Großen Lauschangriff und Überwachung!) für 3 Monate inhaftiert. Selbst widerrechtlich entnommene DNA-Proben brachten keine Ergebnisse! Zur Last gelegt wird ihnen lediglich der schwammige Begriff „Bildung einer kriminellen Organisation laut §278a“ - einem umstrittenen Paragrafen der ursprünglich organisierter Kriminalität wie der Mafia oder Schlepperbanden Einhalt gebieten sollte. Nun sollen damit also auch politisch oder wirtschaftlich unbequeme NGOs ausgeschaltet werden.

Die Initiative 278 www.278.at nimmt sich des erschreckenden Sachverhalts an, und fordert mit einer Unterschriftenliste die Überarbeitung des Paragrafen und einen Untersuchungsausschuss zur Tierschutzcausa. Denn kritische NGO-Arbeit muss auch in Zukunft möglich bleiben!