Warum Alternativen zu Fleisch suchen?
 
Wenn Menschen an Fleisch denken oder darüber sprechen, dann geht es meist um den unbestritten guten Geschmack und um Zubereitungsweisen, manchmal fälschlicherweise auch um seine vermeintlich positiven Eigenschaften für den menschlichen Körper.

Niemals aber ist die Rede von auf engstem Raum und unter grausamen Bedingungen gehaltenen, fühlenden Wesen die am Ende ihres kurzen Lebens geschlachtet werden – alles für einen kurzen Moment des Genusses auf unseren Tellern, in unserem „Rindsragout“, im an der Ecke gekauften Döner…

In der Genussgesellschaft ist Fleisch absolut zentral. Doch vergessen wir hierbei nicht, dass es sich bei der „Fleischeslust“ nicht um eine natürliche Sache handelt, sondern um eine der Gewohnheit. Wir alle sind seit der Kindheit an gewohnt, Fleisch und andere tierische Produkte zu essen, ähnlich sind andere Kulturen zB an extrem scharfes Essen gewohnt, vor dem wir garantiert zurückschrecken würden. Alles also eine Sache der Gewohnheit!

Für so ziemlich alle Fleischspeisen an die wir gewohnt sind, lassen sich pflanzliche Alternativen aus verschiedenen Rohstoffen finden, die ähnlich schmecken und auch eine vergleichbare Konsistenz aufweisen:

 

Alternativen:

 

  • Zum Beispiel können gefüllte Paprika, faschierte Laibchen, Sugo Bolognese, Lasagne usw. mit einem tollen und geschmacklich kaum zu unterscheidenden Ersatz für Faschiertes / Hackfleisch hergestellt werden: Sojagranulat bzw. feine Sojaschnetzel.
  • Sogenannte grobe Sojaschnetzel (auf vielfältige Weise marinierbar) sind wiederum perfekt dafür, wo Fleischstücke gebraucht werden, zB im Gulasch, auf Grillspießen, Chilis, Reispfannen u.v.m.
  • Und wer noch „größere“ Fleischstücke braucht, kann unter anderem pflanzliche Schnitzel-Varianten aus Seitan („Weizenfleisch“) oder Sojafleisch machen, zB Wiener Schnitzel oder Jägerschnitzel.
  • Kross gebratener Räuchertofu eignet sich für alle Gerichte, in denen im Original Speck vorkommt, zB Spaghetti Carbonara, Speckknödel. „Krautfleckerln“ und Sauerkraut mit Speck.
  • Natürlich gibt es daneben noch eine ganze Menge Fertigprodukte, wie vegane Würstchen, Bratlinge u.a. sogar im konventionellen Handel zu erwerben.


Lesen Sie weiter unten ausführlich über diese und noch weitere Möglichkeiten, informieren Sie sich über die Produkte und die Tipps und Tricks im Umgang mit ihnen!

 

Trotz der kaum mehr überschaubaren Anzahl an Alternativen konsumiert ein Großteil aller Menschen immer noch Fleisch. Kaum eine/r möchte sich jedoch beim Genuss eines Schnitzels vorstellen, dass Tiere einen Überlebenswillen haben und dass sie Tiere extra für uns gezüchtet werden, um dann für unsere kulinarische Befriedigung getötet werden.

Uns vergeht bei diesen Gedanken jedenfalls der Appetit… Und wir hoffen für die Tiere und eine etwas bessere Welt, dass es Ihnen auch einmal so gehen möge - und dass Sie dann umso mehr Freude haben an all den tollen Produkten und Zubereitungsmöglichkeiten haben, die uns den vertrauten Geschmack von Fleisch bieten, jedoch ohne den bitteren Beigeschmack von Leid, Angst und Tod!

 

 

TOFU

der Jahrtausende alte Alleskönner aus ganzen Sojabohnen


Es liegt uns sehr am Herzen, an dieser Stelle mit all den Vorurteilen aufzuräumen, die über Tofu kursieren. Oft wird fälschlicherweise angenommen, Tofu schmecke sehr eigen, er sehe unappetitlich aus und er wird zudem noch in die Kategorie „Öko“ eingeordnet, so dass Tofu von manchen Nicht-Kenner/innen schon abgeschrieben wird, bevor er überhaupt probiert wurde.

Dann gibt es solche Menschen, die Tofu schon einmal eine Chance gaben, denn man hört ja so viel über seine gesundheitlichen Vorteile (Mineralstoffdichte, Eiweißzusammensetzung, Ballaststoffe). Vielleicht haben ihn diese leider wieder aus ihrem Repertoire gestrichen, weil sie wohlmöglich einfach nicht wussten, dass ungewürzter Tofu ungefähr so wenig überragend schmeckt wie ungewürztes Fleisch. Ähnlich wie beim tierischen Fleisch können auch pflanzliche Alternativen nämlich nur gut gewürzt auch gut schmecken (logisch eigentlich ;-) )

Es kann auch sein, dass so manche/r an die falsche Tofu Marke geraten ist, denn in der Tat gibt es einige seltsam schmeckende Tofusorten, aber auch einige überragend gute… (Hier zeigt sich wieder eine Parallele zum tierischen Produkt.) Überragend gut ist Tofu in unseren Augen dann, wenn er einfach neutral schmeckt und eine feste, griffige Textur besitzt. All das und noch mehr hat unser absoluter Lieblingstofu, und das in allen Varianten und Sorten, von der Marke Taifun. Diese erzeugt biologisch (wie die meisten anderen Tofu-Herstellerfirmen) und somit garantiert gentechnikfrei. 

 

Tofu-Sorten:

Tofu wird in der Natur-Variante angeboten (die ungewürzt nach kaum etwas schmeckt, gut mariniert jedoch sehr vielfältig sein kann), sehr zu empfehlen ist auch der Räuchertofu, der eine geräucherte, herbe Note hat. Weiteres bieten verschiedenste Herstellerfirmen tolle Variationen an, etwas Bärlauchtofu, Pizzatofu, Chili-Tofu, Tofu Rosso, Seidentofu (Seidentofu ist eine sehr weiche Art von Tofu, die v.a. für Süßspeisen verwendet werden sollte.) u.v.m. Durchkosten ist hier die Devise. Besonders die kreativen Sorten wie Pizzatofu oder japanische Tofuecken können angebraten mit Kartoffeln/Reis und Salat schon eine eigene schnelle Mahlzeit sein.

Tofu ist eines der vielseitigsten Lebensmittel in der veganen Küche, denn er nimmt dankbar jeden Geschmack an, dem man ihm geben will. Nachfolgend ein paar Anregungen und Tipps, wie man Tofu gewinnbringend verarbeitet und schmackhaft zubereitet.

Eines sei vorweg gesagt: Intensiv mariniert schmeckt Tofu in jeder Form am besten! Zum alltäglichen Kochen empfehlen sich vor allem Natur- und Räuchertofu!

 

Grundrezepte für den Alleskönner-Tofu

(z.B. für Eintöpfe, Gemüsepfannen, Geschnetzeltes, „Gulasch“-Zubereitungen, pur und mehr)
Den Tofu in mundgerechte, nicht zu kleine Stücke zupfen oder würfeln und in verdünnter Sojasauce, Zitronensaft und Gewürzen nach Geschmack (perfekt ist das Tofu- und Bratlinggewürz“ von Brecht, Reformhaus) einige Stunden marinieren. Toll auch einfach in Öl und mit der einen oder anderen gepressten Knoblauchzehe angebraten!

Wenn man Tofu fein zerbröselt, kann man ihn wie Faschiertes verwenden.
Zerdrückter Räuchertofu mit Tomatenmark, gemahlenem Kümmel, Salz/Pfeffer, Sojasoße und Petersilie ergibt die perfekte Füllung für Blätterteigtaschen oder Kartoffelknödel.

Kross gebratener Räuchertofu eignet sich für alle Gerichte, in denen im Original Speck vorkommt, zB Spaghetti Carbonara, Speckknödel, „Krautfleckerln“ und Sauerkraut mit Speck.

Auch als Brotbelag oder als Krönung am vegetarischen „Putenstreifensalat“ schmeckt Räuchertofu hervorragend!

 

Tofu mal süß:

Was man gar nicht erwarten würde: Mit Tofu lassen sich sehr leckere süße Speisen zaubern. Zerbröselter Naturtofu mit etwas Sojamilch gemixt und süß gewürzt mit Zucker und Zimt kann eine tolle vegane „Topfen“basis für Topfelstrudel sein. Pürierter Seidentofu kann die Basis für ein veganes Mousse au chocolát sein, oder auch die Basis für eine süße Tortencreme sein. 


200 g Naturtofu mit 50 g Mandelmus, 50 ml Sojamilch oder –sahne, ca. 50 g Agavendicksaft und 2-3 EL Kakaopulver ganz fein pürieren; nach Geschmack nachsüßen: eine gehaltvolle Creme oder als Topping auf Reiswaffeln, Obst etc.

Uns würden an dieser Stelle noch Dutzende Zubereitungsarten und Rezepte einfallen, die wirklich jeden begeistern würden. Aber probieren Sie selbst, Sie werden von der Vielfältigkeit des oftmals als „langweilig“ verrufenen Lebensmittels begeistert sein!

 

Weitere Rezepte:

 

 

Tofu-Bezugsmöglichkeiten in Österreich

folgt noch

 


SEITAN

Ein echtes Stück Lebenskraft

Seitan ist ein beliebter Fleischersatz aus Weizen, der sich durch einen deftigen Geschmack und vielfältige Verwendungsmöglichkeiten auszeichnet. Er ist leicht zäh und hat damit eine große Ähnlichkeit mit verschiedenen Fleischsorten. Als Medaillons, Schweinsbraten-Ersatz mit dunkler Sauce, in Geschnetzeltem und überall dort, wo Biss gefragt ist (im wahrsten Sinne des Wortes.)

Außerdem ist Seitan ein traditionelles Grundnahrungsmittel aus Weizen, das viel Eiweiß liefert, Sie aber nicht mit Fett und Cholesterin belastet.

Die Weizenzubereitung wurde nämlich ursprünglich um das Jahr 1900 von buddhistischen Mönchen in Japan entwickelt. Auch in unseren Breiten scheint es in früheren Jahrhunderten ein ähnliches Nahrungsmittel gegeben zu haben. Durch ein ausgeklügeltes handwerkliches Verfahren wird aus einem Weizenteig die Kleie und die Stärke heraus gewaschen. Das verbleibende Weizeneiweiß wird in einer Brühe aus Sojasauce, Kombualge und Gewürzen gegart.

Weizeneiweiß ist arm an der Aminosäure Lysin. Beim Seitan wird das Aminosäurespektrum durch das Hinzufügen lysinreicher Sojasauce sehr gut ergänzt. Deshalb ist das Seitaneiweiß sehr ausgeglichen und zu einem außergewöhnlich hohen Prozentsatz für den menschlichen Körper verwertbar.

Wer’s fleischig mag, sollte ihn unbedingt ausprobieren!

 

Seitan-Rezepte:

 

Seitan-Bezugsmöglichkeiten in Österreich

  • Merkur
  • Bioläden/Biomärkte
  • Reformhäuser
  • veganer Online-Versandhandel

Seitan kann aber auch selbst (mühevoll) durch Auswaschen von Weizenmehl mit viel Wasser hergestellt werden. Mit dem Anrühren von Seitanfix/Glutenpulver, erhältlich bei veganen Versandländen, wird die Eigenproduktion von Seitan um einiges vereinfacht! Der eindeutige Vorteil von Glutenpulver ist, dass man damit sehr kostengünstigen Seitan produziert - fertig gekaufter Seitan ist nicht immer billig. Auch lässt er sich so in Konsistenz und Geschmack beliebig variieren! 

 

TEMPEH
Vollwertiges, fermentiertes Sojaprodukt

Tempeh ist ein traditionsreiches indonesisches Produkt aus fermentierten Sojabohnen und gilt als das ernährungsphysiologisch wertvollste Sojaprodukt. Durch den Fermentierungsprozess, den er bei der Herstellung durchläuft, können seine Nährstoffe besonders gut verwertet werden. Es überzeugt durch seinen sehr feinen, charakteristischen Geschmack und innere Werte wie Calcium, B-Vitamine, Eisen und allen 8 essentiellen Aminosäuren.

Tempeh sollte am besten gebraten oder anders zubereitet und eher nicht roh gegessen werden, das schmeckt einfach nicht so gut. Mit seiner Schnittfestigkeit und in runde Medaillons geschnitten macht er sich zu jedem Gericht toll.