Umweltverschmutzung und Tierprodukte?

 

Umweltschutz und Tierproduktion sind zwei Themen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben - doch wer erst einmal in die Problematik eintaucht, entdeckt erschreckende Zusammenhänge und daraus resultierende Probleme: Die Tiernutzung ist (mit)verantwortlich für die großen Umweltprobleme der heutigen Zeit: Sterbende Flüsse, Wasserverschmutzung, Wasserknappheit, Regenwaldabholzung, Klimawandel (Die Tiernutzung trägt so viel zum Klimawandel bei wie der weltweite Verkehr!)

 

Sie fragen Sich, wie das möglich ist und was die Hintergründe sind?

 

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Informieren Sie sich bei den weiterführenden Links weiter darüber, welche Vorteile eine rein pflanzliche Ernährung nicht nur für Tier und Mensch, sondern auch für die Umwelt hat!

 

 

Tierproduktkonsum und Umwelt

Ein immenser Preis, den wir für die Fleischproduktion bezahlen müssen, ist die gewaltige Verschmutzung und Zerstörung unserer Umwelt – sterbende Flüsse, sterbende Meere und die berüchtigten Algenteppiche an der Adria und in der Nordsee sind nur einige wenige der sichtbaren (und spürbaren) Folgen.

 

Verantwortlich für diese Umweltschäden sind in erster Linien Phosphate und Nitrate, die von Schweinemästereien, Hühnerbatterien und anderen Massentierzuchtbetrieben durch die Abwässer in die Flüsse geleitet werden und somit nicht nur in das Grundwasser, sondern auch ins Meer gelangen.

Eine Expertenkommission fand heraus, dass die Ammoniak-Emissionen der Güllebehälter von Massentierzuchtbetrieben zu saurem Regen führen und direkt für ein Drittel des Waldsterbens verantwortlich sind. Außerdem werden durch die tierlichen Exkremente große Mengen Methangas erzeugt – dieses steht an sechster Stelle unter den Verursachern des Treibhauseffektes.

Doch nicht nur die Umwelt der Industrienationen ist beängstigend gefährdet. Multinationale Fleischkonzerne kaufen riesige Landstriche armer Länder der Dritten Welt auf. So werden die kleinen Bauern, die dort die Grundnahrungsmittel für die lokalen Bedürfnisse anbauen, direkt oder indirekt zugunsten von Hybrid-Monokulturen für den Export –als Tierfutter für die Weltmetropolen – verdrängt.

Die Regenwälder werden durch gigantische Rodungsmaschinen abgeholzt oder einfach angezündet – „Brandrodung“. Wer nicht rechtzeitig evakuiert wird oder flüchten kann, verbrennt – das ist das Schicksal eines Großteils der artenreichen Tierwelt des tropischen Regenwaldes.

Aber bereits nach wenigen Jahren land- und viehwirtschaftlicher Nutzung hat die Bodenerosion die dünne Humusschicht des Bodens vollständig abgetragen, und die Folge ist unfruchtbare Steppe. Auf diese Weise verschwinden und versteppen allein in Brasilien jährlich Regenwälder mit einer Gesamtfläche von ca. 250.000 km².Damit aber nicht genug.

 

Die tropischen Regenwälder bedeckten noch im Jahre 1945 die Erde mit einer Ausdehnung von 16 Millionen Quadratkilometern. Grüne Pflanzen sind in der Lage, durch Assimilation Sauerstoff zu erzeugen, und die riesigen Regenwälder werden aufgrund dieser Fähigkeit auch als die „grüne Lunge“ der Erde bezeichnet – ein Ausdruck, der die Wichtigkeit dieser Regenwälder als Sauerstoffproduzenten für die Erde illustriert. Jedoch wurde diese grüne Lunge in den letzten Jahrzehnten durch die extreme Expansion der internationalen Multis bereits bis auf die Hälfte völlig zerstört. Tatsachen wie diese haben führende Weltwirtschaftsexperten (z.B. den Generaldirektor der FAO) – dazu veranlasst, ein Ende der verschwenderischen Umwandlung von pflanzlicher Nahrung in tierliche „Produkte“, wie Fleisch, Milch und Eier zu fordern. Eine vernünftige vegane Ernährungsweise würde entscheidend zu einer Entschärfung vieler dringender Umweltprobleme beitragen.

 

Text entnommen aus: www.vegan.at/warumvegan/umwelt/veganismus_und_umwelt.html

 

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Wasserverschmutzung

 

Die Landwirtschaft ist die größte Wasserverschmutzerin. Die Zucht von Lebendvieh verschmutzt unser Grundwasser, Ströme und Flüsse direkt mittels Dung und Gülle und indirekt im Wege der Pestizide auf unseren Feldfrüchten.


Grafik Wasserverbrauch je kg Nahrungsmittel

Die Ernährung von Nutzvieh ist eine der Hauptgründe für die immer stärker werdenden Forderungen nach größerer Futter Produktion. Es wird angenommen, dass heute über 4,5 Mrd. Liter Pestizide jährlich im Vereinigten Königreich Verwendung finden. Die umweltschädlichen Folgen des Verbrauchs von Pestiziden wurden schon sehr deutlich nachgewiesen. Sie können das Leben der Wildtiere beeinflussen - von Käfern bis Singvögel - und viele werden als schädlich für die menschliche Gesundheit vermutet.

 

Trotzdem sind Pestizide nur ein Teil des Problems. Das Departement für Umwelt, Ernährung und landwirtschaftliche Angelegenheiten (DEFRA) nimmt an, dass jährlich britische Landwirte ca. 80 Mio. Tonnen Tierkot /Gülle über die Felder streuen.

Milchkühe produzieren 57 l Exkremente täglich. Die weltweite Abfallmengen aus den industrialisierten Nutztierhaltungssystemen wird auf etwa 8 Mrd. Tonnen jährlich geschätzt. Die Anzahl solcher industrialisierten Systeme wächst jährlich um 4%, eine Rate, welche den Gesamtabfall aus industriellen Systemen alleine bis zum Jahr 2020 auf 20 Mrd. Tonnen erhöhen wird.

 

Da industrialisierte Nutztierhaltungssysteme in zunehmendem Maße von dem Land auf dem Feldfrüchte wachsen entfernt werden, wird ein Großteil dieses Abfalls nicht einmal mehr diesem Land in der Form von Dünger zurückgegeben. Seine Lagerung und Entsorgung stellen ein bedeutendes Umweltrisiko dar.

Tiergülle kann eine bis zu 100 Mal größere Verschmutzung verursachen als rohe unbehandelte Haushaltsabwässer. Sehr viel schlimmer ist der Abfluss aus Silage (die Flüssigkeit aus der Herstellung von Gärfutter, welche bei der Konservierung von unreifen Ernteprodukten entsteht, damit diese als Futter verwendet werden können) – ihre Verschmutzungswirkung ist bis zu 200 Mal stärker.

 

Dung enthält hochgradig Stickstoff und Phosphor. Diese Elemente können leicht ins Grundwasser durchsickern und im Weiterfließen Seen und Wasserstraßen verschmutzen, wo sie das Wachstum von Algenblüten fördern. Diese wiederum verhindern das Einstrahlen von Sonnenlicht und fördern Bakterien, die das Wasser seines Wasserstoffs berauben und dabei - im ärgsten Fall - den gesamten Fischbestand umbringen, wie auch die Gesundheit anderer Tiere der Umgebung in Gefahr bringen. Dieser Prozess ist bekannt als Eutrophierung und die Landwirtschaft ist deren Hauptursache.

 

Gülle, welche aus Dünger und Urin hergestellt wird, enthält hochgradiges Ammoniak, das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen kann und zum sauren Regen beiträgt, wobei der Wasser- und Luftqualität zusätzlich geschadet, und somit zum Verlust der Biodiversität beitragen wird. Von den 208,000 Tonnen Ammoniak, welche 1993 in den Niederlanden ausgeschieden wurden, wird angenommen, dass 181.000 Tonnen vom Dünger stammen. (6) Gemäß Auskunft der Umweltagentur leiden 5% der britischen Standorte von speziell wissenschaftlichem Interesse an Übersäuerung.

 

Text entnommen aus: www.vegan.at/warumvegan/umwelt/wasserverschmutzung.html

 

Linktipp:

Video: Der durstige Planet

 

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Umweltprobleme und Fischerei

Die Meere und Ozeane, die größten zusammenhängenden Ökosysteme unseres Planeten, geraten immer mehr unter Druck. Neben dem Walfang - egal ob für wissenschaftliche Zwecke, für Delfinarien oder zum Verzehr des Fleisches – gibt es eine große Anzahl von weiteren Bedrohungen, die in ihrem Ausmaß stetig zunehmen.Insbesondere die Überfischung der Meere wirkt sich dabei in direkter Weise auf die Cetaceen aus.

Der Hunger der Menschen und das Verlangen der Industrienationen nach billigem Fisch führte in den letzten Jahrzehnten zu einer Dezimierung nahezu sämtlicher kommerziell wichtiger Fischarten. Immer mehr Fischpopulationen brechen zusammen, Maßnahmen des Fischereimanagements bleiben weitgehend wirkungslos.

Besonders die entwickelten Nationen fördern diesen Prozess durch immer ausgefeiltere Fangtechniken und die Ausweitung der Fangkapazitäten. Traditionelle Küstenfischereien ziehen dabei den kürzeren, und die langfristigen Auswirkungen der globalen Überfischung auf das ökologische Gleichgewicht der Meere lassen sich nur erahnen.

 

Beifang der Fischerei

Das Schlimmste dabei ist jedoch, dass ein hoher Anteil von ca. 20 % der gesamten Fangerträge (das entspricht zig Millionen Tonnen Fisch) ungenutzt als sogenannter unerwünschter Beifang wieder über Bord geht. Dies betrifft nicht nur Fischarten. Schätzungen zufolge kommen durch widersinnige Fischereimethoden (z.B. Treib-netze, gigantische Schleppnetze, kilometerlange Langleinen und Ringwadennetze) zusätzlich alljährlich etwa 300.000 Wale und Delfine (!) ums Leben.

Die Zahl der getöteten Seevögel liegt noch höher, und natürlich sind auch Meeresschildkröten, Haie, Mantas, Mondfi-sche und viele weitere Arten davon stark betroffen. Das ist die Vernichtung wertvoller Ressourcen und Naturschätze. Walfangnationen wie Japan argumentieren sogar, dass die Delfine und Wale Schuld an den sinkenden Fangquoten seien, schließlich fressen sie ja Unmengen Fisch, der dann dem Menschen fehlt. So werden Fangquoten für die Säuger festgesetzt, um die "Nahrungskonkurrenten" auszuschalten. Verkehrte Logik par excellance.

 

Verschmutzung der Meere

Ein weiteres großes Problem ist die zunehmende Meeresverschmutzung, die in der Majorität wiederum von den In-dustrienationen verursacht wird. Ungeklärte Abwässer, direkte Einlei-tungen aus der Industrie, radioaktive Kontamination, Verklappung auf See, eine steigende Anzahl von Ölpesten usw. führen zu immer höheren Konzentrationen von Schad- bzw. Giftstoffen in praktisch allen Weltmeeren.

Wieder sind es die Meeressäuger, die in besonderem Maße unter dieser Belastung zu leiden haben. Durch ihre Stellung an der Spitze der Nahrungsnetze sammeln sich die Schadstoffe in ungeheuren Mengen in ihren Körpern an, z.T. in millionenfacher Konzentration dessen, was man im Meerwasser findet. An manchen Orten müssen angeschwemmte Kadaver von Cetaceen inzwischen als Sondermüll entsorgt werden. Selbst in Ländern, wo man noch Wal- bzw. Delfinfleisch verzehrt, wird von häufigem Konsum abgeraten. Schwangere und Kleinkinder sollten auf den Verzehr in jedem Fall ganz verzichten – das Fleisch ist nicht nur ungesund, sondern giftig!

Der Zustand der Meere ist bedenklich. Es geht dabei auch keinesfalls nur um Wale und Delfine. Längst sind die Tunfische, der Kabeljau, der Hering, der Seehecht, die meisten Haiarten, ja praktisch alle kommerziell genutzten Arten entweder stark überfischt oder auf dem besten Wege dorthin. Wenn hier kein Umdenken stattfindet, werden die Konsequenzen umso drastischer sein: Bestände brechen zusammen, Fischereien gehen Bankrott, und über Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger fällt das Problem wieder auf den Menschen zurück.

Insofern ist Meeresschutz immer auch ein Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Lebensgrundlagen nicht nur für fremde, sondern auch für unsere eigene Art.

 

Text von: http://www.m-e-e-r.de/196.0.html

 

 

Überfischung

Die größte Bedrohung der Meeresökologie ist die Überfischung. Die heutigen Fangmengen übersteigen regelmäßig die Selbsterhaltungsniveaus, ein Verlauf welcher verheerende Folgen für die Gesundheit unserer Ozeane haben dürfte.

In ihrem „2002 Bericht über den Stand der weltweiten Fischereien und Wasserkulturen“ stellt die UN-Nahrungsmittel und Landwirtschaftsorganisation (FAO) fest, dass sich 75% aller wichtigen/größeren Fischarten entweder gerade noch auf ihrem Selbsterhaltungsniveau oder bereits darunter befinden.

Ausgeschöpfte Fischpopulation bedeuten kleinere Fangmengen. Nichtsdestotrotz haben die Fischereiflotten nicht darauf reagiert, indem sie den einzelnen Arten die Möglichkeit der Erholung gewährten; stattdessen erhöhen sie weiterhin die Größe ihrer Schiffe und deren Ladekapazität. Im August 2000 wurde das bis dahin weltgrößte Fischereischiff zu Wasser gelassen.

Die Probleme welche von Fischereiflotten verursacht werden, begrenzen sich nicht auf die Fischarten, die sie verfolgen. Das Meeresumfeld wird wenig verstanden und die Folgen, welche das tägliche Entfernen tausender Fische auf das Meeresökosystem hat, sind schwer zu bestimmen. Trotzdem sind einige Folgen groß angelegten Handelsfischens evident. Die Wal- und Delphinerhaltungsgesellschaft stellt fest: „Die Einführung immer größerer zerstörerischer Fischmethoden und das Schwindel erregende Wachstum vieler moderner Handelsfischereien – insbesondere seit den 1950 Jahren – sind eine Katastrophe für Wale und Delphine auf der ganzen Welt.“

Sämtliche Netzsysteme verursachen Probleme für sämtliche Fische und Meeressäugetiere, aber für das Meeresumfeld am schädlichsten sind Treibnetze, Beutelnetze und Grundschleppnetze.

Die industrielle Plünderung unserer Ozeane für Nahrungsmittel verursacht weiterhin ernste Umweltprobleme und eine Reihe von Fischspezies und Säugern stehen vor der Ausrottung. Nur die Zeit wird zeigen, in welchem Ausmaß dieser Umsturz auf das empfindliche Gleichgewicht des Meeresökosystems gewirkt hat. 

 

Text adaptiert von www.vegan.at/warumvegan/umwelt/bedrohte_gewaesser.html

 

Linktipp:

Auf der Suche nach dem frischen Fisch

 

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Der verspeiste Planet

Footprint & Ernährung

von Wolfgang Pekny (Obmann der Plattform Footprint)

 

„Die weltweite Viehzucht trägt ebenso viel zum Treibhauseffekt bei wie der gesamte weltweite Verkehr!“

Mit dieser Meldung sorgt ein Bericht der Welternährungsorganisation für Aufsehen und Irritation. Eigentlich ist es nur ein weiteres Indiz für eine aus dem Gleichgewicht geratene Welt: Hunger, Armut und Leid auf der einen Seite, Fettleibigkeit, Fernflüge und Überkonsum auf der anderen, wachsende Armut da und unbesteuerte Vermögen dort, … dazu ein überstrapaziertes globales Ökosystem. Ein Rezept für Desaster, das müsste doch erkannt werden?

 

Treibhauseffekt verschiedener Ernährungsweisen pro Kopf und Jahr - aus Schrot und Korn

Markt und Politik

Doch noch immer sind die Vorschläge der Politik lachhaft oberflächlich. Bei den Wurzeln des Problems wird gekniffen. Niemand spricht über das grundsätzliche Versagen von Markt und Politik, das zu viele Fliegen, die zu vielen, zu schweren und zu schnellen Autos, niemand spricht über den absurd hohen Fleischkonsum. Kurz – unser verschwenderisches, auf Wachstum und Konkurrenz basierendes System gilt als unantastbar.

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„Raumschiff“ Erde

Dabei ist die Grenze der Tragfähigkeit von Planet Erde längst überschritten. Unser Planet ist tatsächlich bereits verspeist! Wir leben auf ökologischem Pump, verbrauchen 30% mehr, als die Erde regenerieren kann und zehren vom Kapital der Natur. Ohne es zu merken, leben wir auf Kosten anderer, die dramatisch weniger, oft zu wenig, verbrauchen. Das ist nicht fair und auf gar keinen Fall zukunftsfähig.

Gegen wirksame politische Gegenmaßnahmen wird die Unmöglichkeit ins Treffen gebracht, in einer Welt der Kurzfristigkeit und der Profitmaximierung unpopuläre Schritte setzen zu können. Um dieses Henne-Ei-Problem zu überwinden, bedarf es intensiver Aufklärung, eines neuen Bildes der Welt in den Köpfen unserer Mitmenschen. Nicht unerschöpfliche Wildnis, die es gilt, sich untertan zu machen, sondern ein enges „Terrarium“, das uns Grenzen setzt.

 

Im Space-Shuttle braucht es keine lange Debatte, um ein Rauchve

 

rbot durchzusetzen. Das ist nur eine Frage des gesunden Menschenverstandes, und eine solche wäre die Zukunftsdebatte auch, wenn verstanden würde, dass unser Planet ein begrenztes, für seine zahlreichen Bewohner_innen bereits zu klein gewordenes „Raumschiff“ ist.

 

footprint

Der Ökologische Fußabdruck, oder auch Footprint, bietet ein Maß für diese „neuen“ Grenzen der Welt. Er misst die Fläche, die benötigt wird, um alle Rohstoffe zu reproduzieren und Schadstoffe abzubauen, die der Mensch für Ernährung, Bekleidung, Konsum und Energiebedarf braucht. Vergleicht man den Bedarf an Fläche mit der vorhandenen Biokapazität, der Fähigkeit, Ressourcen zu erneuern und Abfälle aufzunehmen, kennt man den ökologischen „Kontostand“. Die_der durchschnittliche Österreicher_in beansprucht 4,9 Globalhektar (gha). Bei fairer Verteilung stünden jeder_m Erdenbürger_in heute aber nur etwa 1,8 gha zur Verfügung. Ein_e Österreicher_in überzieht sein_ihr Öko-Konto also dramatisch.

 

Würde jede_r Erdenbürger_in so leben wollen wie wir, dann bräuchten wir drei Planeten von der Qualität der Erde. Diese Zusatzplaneten Grafik: zur Produktion von tierischen Nahrungsmitteln wird 10 Mal so viel Getreide benötigt wie für planzliche.werden sich aber kaum finden! Somit ist das gesamte Wachstumsmodell der Welt und damit auch unser „Lifestyle“ zu hinterfragen. Der mit etwa einem Drittel größte Anteil am individuellen Footprint geht zu Lasten der Ernährung. Davon machen Fleisch und tierliche Produkte bis zu 80% aus! Entsprechend führt ein geringerer tierlicher Anteil zu einer messbaren Reduktion des Footprints, und ist dabei auch noch deutlich gesünder. 

 

Wie kein zweites Konzept erlaubt der Footprint eine Brücke zu schlagen zwischen dem Persönlichen und dem Globalen, zwischen den sozialen und den ökologischen Herausforderungen unserer Zeit.

 

In Zukunft wird eine neue, globale Ethik unser Handeln leiten: Unsere Freiheit, einen beliebigen Lebensstil zu wählen, endet dort, wo sie die Möglichkeit anderer, ein Leben in Würde zu führen, beschneidet.

 

Footprint gibt uns ein naturwissenschaftliches Maß für diese Fairness: gut leben, von jenem Anteil der Welt, der uns fairerweise zusteht. Damit können wir sofort bei uns anfangen, ohne zu grübeln, was denn anderen in anderen Regionen der Welt geschehen wird. Persönliche Bereitschaft zur Veränderung ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung.

 

Notwendig ist ein genereller Kurswechsel, Wirtschaftskonzepte, die nicht auf immerwährendes Wachstum bauen, eine Politik, die auch langfristig notwendige Maßnahmen wagt. Nicht zuletzt sind wir alle gefordert, Antworten auf die Frage zu finden, was ein „gutes Leben“ wirklich bedeutet. Der Anstoß dafür wird nicht von der Weltpolitik ausgehen, und auch nicht von der Wirtschaft.

 

Der Wandel beginnt in den Köpfen und Herzen der aufgeklärten Weltbürger_ innen, die sich in einer erwachenden Zivilgesellschaft formieren. Vegetarier_innen und Veganer_innen sind ein willkommener Teil davon. 

 

entnommen aus: Vegan.at Magazin Nr. 11, S. 10 – 11.

 

Linktipp:

Zum Footprint: www.footprint.at

Viele Infos zum Klimawandel: www.vegan.at/klimawandel/

Klimawandel - tierisch gut? Sehr aufschlussreicher Artikel von Martin Schlatzer: www.vegan.at/klimawandeltierischgut/

 

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